Print. Oder nicht.





Das MSC Magazin 2023 erzählt von Momenten, die geteilt, gespeichert und weitergetragen werden. Zwischen digitalem Augenblick und dem Gedruckten stellt es die Frage, was bleibt – und warum dieses Medium noch immer seinen Platz hat.
Redaktion & Konzeption · Editorial Design · Fotografie & Bildredaktion · Inhaltliche Dramaturgie · Sponsoring-Integration · Produktionssteuerung & Archivbildung
Am 18. Mai 2023 verliert Alexander Zverevs Hitting-Partner, Tobias Kamke, im Regionalligaspiel der MSC-tennisherren gegen T.C. Bredeney an Position eins gegen Tomas Farjat (ARG) mit 1:6 und 5:7.
Abwägung statt Automatismus.
Die redaktionelle Planung des MSC Magazins 2023 begann mit einer grundsätzlichen Frage: analog oder digital? Pro und Kontra wurden abgewogen, Budgets geprüft, Legitimität hinterfragt. Die Gründe gegen eine Printausgabe lagen offen auf dem Tisch – ebenso wie der Respekt vor dem Abschied von einer gewachsenen Tradition.
Denn faktisch wird das Vereinsleben längst digital dokumentiert. Veranstaltungen erscheinen auf der Website, werden archiviert, gesichert, gespiegelt. Und doch bleibt die digitale Gewissheit fragil: Server brauchen Strom, Backups brauchen Backups. Sicherheit ist relativ.
Ressourcen, Legitimität, Zeit.
Die Entscheidung für ein weiteres Printmagazin fiel daher nicht leicht. Auch, weil seine Entstehung mehr verlangt als Redaktion am Schreibtisch. Sie erfordert Präsenz über ein ganzes Jahr hinweg: Kameraeinsätze bei zentralen Veranstaltungen, Texte schreiben, redigieren, lektorieren. Ein erheblicher zeitlicher Aufwand – bewusst in Kauf genommen.
Am Ende lag es wieder in der Hand. 92 Seiten, diesmal leicht gelöst vom klassischen schwarz-gelben Erscheinungsbild, mit Raum für neue Farbideen. Und dennoch unverkennbar: der Marienburger Sport-Club 1920 e. V.. Ein Magazin als Ergebnis einer bewussten Entscheidung – nicht aus Gewohnheit, sondern aus Überzeugung.
Glatt ging es nie, es wäre auch zu einfach. Während manche Mannschaften Aufstiege feierten, kämpfte die 2. Tennisherren zum fünften Mal in Folge um den Aufstieg. Vergeblich.
Analog? Oder… digital?
Zum fünften Mal knapp verfehlt.
»Die Einzelspiele waren gut gelaufen, obwohl die MSCer in der ersten Runde nur einen aus zwei machbaren Punkten holten. Das wird sich zum Schluss rächen. Die zweite Einzelrunde lief deutlich besser, dort holten sich unsere Herren alle drei Punkte. 4:2 ist ein komfortabler Spielstand vor der Doppelrunde.
Die Aufstellung der Teams der Doppelkonstellationen ließ auf sich warten. Zweimal monierte der Oberschiri beide Mannschaften, die Aufstellung abzugeben. Fast eine Stunde war inzwischen vergangen, verständlich bei der Bullenhitze im Bonner THV. Jedes Bäumchen wurde umarmt. Das zahlreiche Publikum drehte sich im Kreis, floh vor der glühenden Sonne, suchte Schutz davor im Schattenkegel jedes Baums, egal wie klein. Die MSCer mussten ein Doppel gewinnen, eine scheinbar machbare Aufgabe, nach den Einzelspielen zu beurteilen. Ein starkes Doppel aufstellen, die anderen dafür opfern, fertig. So war der Plan. Ganz einfach.
Sie können sich für jeden Wurf begeistern, über jeden Zentimeter streiten. Mittwochs ist Boule-Tag. Im Sommer wie im Winter treffen sich die Boule-Brothers am »Place de la Petanque« und kämpfen um die wohlverdiente Currywursttrophäe.
Die Boule-Brothers und ihre Currywurst.
»Die Kreide kreischte auf dem schwarzen Brett, es war ein schöner sonniger Tag. Die feinen Lederhandschuhe, die die weiße Kreide am heutigen Morgen führten, brauchten nun doch Unterstützung, oder zumindest eine kleine Abschirmung von den ratternden Sprüchen im Hintergrund, die versuchten, ihn permanent abzulenken, während Charlie diese bedeutsamen Worte auf die Tafel schrieb: »CURRYWURST BOULE BB 8.11.2023«.
Sichtlich gelungene Verzierungen werteten optisch den Schriftzug auf, der die Kulisse des beweisenden Anwesenheitsfotos darstellte und damit den Titel dieses Artikels schon damals formulierte. Die sechs »Brothers« stolzierten im Sonnenschein am frühen Morgen dieses Mittwochs, der keineswegs ein gewöhnlicher Mittwoch sein sollte. Gewiss, seit über fünf Jahren trafen sich die Boule-Brothers Punkt 10 Uhr jeden Mittwoch für eine Boule-Partie. Es fiel kein Termin aus: egal bei welchem Wetter. Mal hier, mal dort. Begonnen hatten sie im »Boule O Drom« auf dem Sürther Marktplatz. Dann kam der Wechsel zu Rudi Scholz, einem der Träger der Boule-Truppe. Nun seit 2022 werfen sie die Kugeln auf dem »PLACE DE LA PETANQUE«, im Schatten des Clubhauses des Marienburger Sport-Clubs.

















